RB Leipzig hat seinen Star Yan Diomande gegen den eigenen Willen an Real Madrid verloren. Die Ablösesumme stellt einen neuen Klubrekord dar, doch Sportdirektor Marcel Schäfer betont, dass der Verkauf nicht geplant war. Er sagte, es sei nicht die Absicht gewesen, den Spieler abzugeben. Man sei jedoch ein Verein, der auf Transfereinnahmen angewiesen sei. Schäfer räumte ein, dass es schwierig sei, wenn Real Madrid komme, und dass die Absicht eigentlich sei, einen Spieler mindestens zwei Jahre zu halten.
Das alte Modell ist vorbei
Das Geschäftsmodell, junge Talente aus Europa zu kaufen, zu entwickeln und mit Gewinn weiterzuverkaufen, funktioniert für RB Leipzig nicht mehr. Schäfer erklärte, die Konkurrenz habe sich stark verändert. Früher seien aufstrebende deutsche Stars fast automatisch zu bestimmten Klubs gewechselt. Jetzt versuchten alle Premier-League-Teams, diese Art von Spielern zu verpflichten. Das mache es in den kommenden Jahren schwierig, auf dem Markt mitzuhalten. Die Verkäufe von Ibrahima Konaté, Dayot Upamecano, Dominik Szoboszlai und nun Diomande an Champions-League-Klubs brachten zwar enorme Summen, doch alle Spieler wurden woanders gescoutet.
Fokus auf die eigene Jugend
Daher muss der Fokus nun von innen kommen. David Wagner, verantwortlich für die Nachwuchsarbeit, beschrieb den Wandel. Früher habe das Geschäftsmodell eher darin bestanden, junge, aber bereits im Seniorenbereich aktive Spieler aus Europa zu verpflichten, einige Jahre mit ihnen zu arbeiten und sie dann wieder zu verkaufen. In der Vergangenheit sei man nicht erfolgreich darin gewesen, sehr junge Spieler zu holen, mit ihnen in der Akademie zu arbeiten und sie dann in die erste Mannschaft zu bringen. Dies soll sich nun ändern.
Die Infrastruktur dafür ist vorhanden. Das Trainingszentrum, zu einer der besten Akademien geformt, verfügt über mehrere Plätze, ein Stadion für die Frauen und High-Tech-Einrichtungen. Dazu gehören ein Hindernisparcours zur Mobilitätsprüfung, eine Indoor-Laufbahn mit Sensoren zur Datenerfassung und eigene Wohnheime für Spieler ab einer bestimmten Altersklasse. Der Klub will diese Ressourcen nun intensiver nutzen, um eigene Talente bis in die Profimannschaft zu führen. Die aktuelle Bundesliga-Saison zeigt gemischte Ergebnisse. RB Leipzig liegt nach drei Spieltagen auf einem Platz im oberen Tabellendrittel. Die letzten fünf Spiele brachten drei Siege und zwei Niederlagen. Den letzten Erfolg gab es mit einem deutlichen Heimsieg. Nächste Aufgabe ist ein Auswärtsspiel. Die Verletztenliste umfasst zwei Spieler. Der vollständige Kader und der aktuelle Spielplan sind online einsehbar.
Der Verkauf Diomandes markiert somit einen Wendepunkt. RB Leipzig erkannte, dass der Markt für junge, bereits etablierte Talente zu teuer und umkämpft geworden ist. Die Zukunft liegt nun in der eigenen Nachwuchsarbeit, um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben und nicht mehr auf Rekordverkäufe angewiesen zu sein.
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