RB Leipzig startet mit einem neuen Trainer und einem stark veränderten Kader in die Bundesliga-Saison 2026/27. Der Klub belegt nach dem ersten Spieltag mit einem Sieg und drei Punkten den zweiten Tabellenplatz und hat dabei drei Tore erzielt und keines kassiert.
Martin Demichelis hat Ole Werner als Cheftrainer abgelöst, obwohl Werner die Mannschaft im Vorjahr noch auf Rang vier und in die Champions League geführt hatte. Die Entscheidung, Werner zu entlassen, wurde stark vom damaligen Bundestrainer Jürgen Klopp befürwortet, der mittlerweile nicht mehr im Red-Bull-Umfeld tätig ist. Demichelis, der zuvor Mallorca trainierte und neun Jahre bei Bayern München als Spieler und Trainer verbrachte, übernimmt nun die sportliche Verantwortung bei den Sachsen. Sein Ziel ist klar: die erneute Qualifikation für die Champions League.
Wie hat sich der Kader von RB Leipzig verändert?
Der Sommer war von einem massiven Umbruch geprägt. Der Rekordabgang war der Verkauf des ivorischen Stürmers Yan Diomande an Real Madrid für 125 Millionen Euro. Diomande hatte in der Vorsaison 23 Tore erzielt. Weitere namhafte Abgänge waren Loïs Openda, Lutsharel Geertruida, Eljif Elmas und der langjährige Torhüter Péter Gulácsi, der zu Villarreal wechselte. Auch Xaver Schlager verließ den Verein Richtung Nottingham Forest. Die Transferbilanz liegt bei einem Plus von etwa 127 Millionen Euro, und der Profikader wurde auf 31 Spieler reduziert.
Auf der Zugangsseite verpflichtete Sportvorstand Marcel Schäfer und CEO Oliver Mintzlaff einige gezielte Verstärkungen. Mit Christopher Nkunku kehrte ein bekannter Spieler zurück. In der Abwehr kam der 24-jährige, linksfüßige Innenverteidiger Maxime Estève von Burnley für eine Basisablöse von rund 25 Millionen Euro. Im Mittelfeld wurde Rocco Reitz von Gladbach für über 20 Millionen Euro geholt; sein Vertrag läuft bis 2031. Er soll einen Teil der Dynamik ersetzen, die mit Schlager ging. Als Entwicklungsprospect wurde Abdoul Koné verpflichtet. Im Tor ist Maarten Vandevoordt nach Gulácsis Weggang die unumstrittene Nummer eins, erfahrener Ersatz kam mit Ørjan Nyland.
Welche taktische Ausrichtung plant Demichelis?
Der neue Trainer möchte RB Leipzig mit hoher Intensität, aggressivem Pressing und schnellen vertikalen Angriffen spielen lassen. Seine bevorzugte Grundordnung ist ein 4-3-3 mit offensiv ausgerichteten Außenverteidigern und einem positionsdisziplinierten Sechser. Die Vorbereitung war jedoch von einigen Rückschlägen überschattet. Reitz verbrachte den Großteil der Zeit mit der Genesung von einer schweren Infektion. Christoph Baumgartner befand sich weiter in Rehabilitation, und Assan Ouédraogo zog sich eine Schulterverletzung zu. Auch Estève hatte mit einem Oberschenkelproblem zu kämpfen.
In einem Testspiel gegen den Regionalligisten VSG Altglienicke siegte Leipzig mit 2:1. Brajan Gruda erzielte ein Tor, und Johan Bakayoko traf zum Sieg. Der Ausgleich der Altglienicker fiel nach Fehlern von Castello Lukeba und dem damals noch im Tor stehenden Péter Gulácsi. Gruda kommentierte seinen Treffer später mit den Worten: "Er hatte seine Leipziger Wohnung behalten, weil er schon wusste, wo er sein wollte."
Was bedeutet das für den Saisonstart von RB Leipzig?
Trotz der vielen Veränderungen und Verletzungssorgen beginnt die Saison für Leipzig erfolgreich. Die Mannschaft steht mit drei Punkten und einer positiven Tordifferenz von +3 auf Platz zwei der Bundesliga-Tabelle. Der nächste Prüfstein wartet am 5. September mit dem Auswärtsspiel bei Werder Bremen, wie der Spielplan zeigt. Die große Frage wird sein, wie schnell die vielen neuen Gesichter in Demichelis' System zusammenfinden. Spieler wie Arthur Vermeeren und Lukas Klostermann bleiben zwar mit teuren Verträgen im Kader, haben aber keine aussichtsreiche sportliche Perspektive beim Klub. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob der radikale Umbruch und der Wechsel auf der Trainerbank den gewünschten Erfolg bringen. Die aktuelle Leistungsübersicht findet sich auf unserer Statistik-Seite.
